Deutscher Sprachpreis
Preisträger 2011: Gustav Seibt

Die Henning-Kaufmann-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verleiht den Deutschen Sprachpreis 2011 an den Berliner Historiker, Literaturwissenschaftler und Essayisten Gustav Seibt.


Gustav SeibtGewürdigt wird Seibt für seine außerordentliche Kunst des Erzählens, die historische Quellen so lebendig werden lässt, dass sich der Leser dem Sog der zeit- und ideengeschichtlichen Zusammenhänge schlechterdings nicht entziehen kann. Das gilt insbesondere für Seibts meisterhafte Rekonstruktion der Begegnung Goethes mit Napoleon im Jahre 1808, die das Panorama einer ganzen Epoche entfaltet.

Es gehört zu seinen Verdiensten, dass er dabei auch eine zu Unrecht vergessene Gestalt wie den frühneuzeitlichen Universalhistoriker Johannes von Müller in Erinnerung ruft. Seibt versteht es, seine scharfsinnigen Analysen, etwa über die Auswirkungen der Bologna-Reform auf die Lebensform des Gelehrten, mit profunder Bildung, sprachlicher Eleganz und atmosphärischer Dichte zu verbinden.

Seibt hat uns nicht nur das 18. Jahrhundert, die Geschichte des alten Rom, die hellenistische Epoche und Winckelmann, sondern auch seinen Konstanzer Lehrer Arno Borst nahegebracht.

Foto: Inge Zimmermann