Deutscher Sprachpreis
Preisträgerin 2015: Katharina Raabe

Die Henning-Kaufmann-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verleiht den Deutschen Sprachpreis 2015 an Katharina Raabe. Die Stiftung würdigt damit erstmals eine Verlagslektorin, die sich große Verdienste um die Bereicherung der deutschen Sprache durch literarische Stimmen aus Osteuropa erworben hat.


Katharina Raabe war für den Rowohlt Berlin Verlag tätig und arbeitet heute für den Suhr­kamp Verlag. Sie hat (unter anderen) Autoren wie Juri Andruchowytsch, Joanna Bator, László Darvasi, Katja Petrowskaja und Andrzej Stasiuk betreut und einem großen Publikum in Deutschland bekannt gemacht. Sie hat eine Fülle literarischer Übersetzungen angeregt und lektoriert, so dass sonst unbekannt gebliebene Texte das deutsche Lesepublikum erreichen konnten.

Katharina Raabe wurde 1957 als ältestes Kind des Bibliothekars Paul Raabe und seiner Frau Mechthild geboren. Sie wuchs in Marbach am Neckar auf und studierte von 1976 bis 1981 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover Violine, anschließend Philosophie und Musikwissenschaft an der FU und der TU Berlin. Sie war Geigenlehrerin in Berlin und Lektoratsassistentin in Zürich, bevor sie als Quereinsteigerin von 1993 bis 2000 literarische Lektorin bei Rowohlt Berlin und seit 2000 Lektorin für osteuropäische Literaturen im Suhrkamp Verlag wurde.

Die Preisträgerin hat zahlreiche Bücher herausgegeben, zuletzt "Gefährdete Nachbarschaften – Ukraine, Russland, Europäische Union" sowie "Testfall Ukraine. Europa und seine Werte" (hg. mit Manfred Sapper), beide 2015. Darüber hinaus verfasste sie Essays in meisterhafter Sprache, zum Beispiel "Der erlesene Raum – Literatur im östlichen Mitteleuropa seit 1989" (2009). Katharina Raabe ist eine exemplarische Literaturvermittlerin, deren außerordentliche Lebensleistung mit dem Deutschen Sprachpreis 2015 anerkannt wird.