Deutscher Sprachpreis
Preisträger 2016: Gerhard Stadelmaier

Mit dieser Auszeichnung ehrt die Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erstmals einen Theaterkritiker, der sich große Verdienste um die sprachliche und literarische Qualität des deutschen Theaters erworben hat, nicht zuletzt durch die beispielhafte sprachliche Gestalt seiner journalistischen Texte.


Stadelmaier ist ein wahrhaft sprachmächtiger Publizist, dessen Texte ihrem Gegenstand, dem Theater deutscher Sprache, in Lob und Kritik stets angemessen waren. Er hat das Theater auf dem "herrlich langen Weg vom Dichter über den Schauspieler zum Zuschauer" begleitet und ihm dabei nicht selten den Weg gebahnt. Seine Arbeit hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu den führenden Feuilletons Deutschlands gehört. Er ist ein vorbildlicher Vermittler und Förderer der Theaterkunst, dessen außerordentliche sprachliche Leistungen mit dem Deutschen Sprachpreis 2016 gewürdigt werden.

Gerhard Stadelmaier wuchs in Schwäbisch Gmünd auf. Er studierte Germanistik und Geschichte in Tübingen. Danach volontierte er bei der Stuttgarter Zeitung. Dort war er von 1978 bis 1989 im Feuilleton tätig. 1979 wurde er mit einer Arbeit über Gotthold Ephraim Lessing auf der Bühne – ein Klassiker im Theateralltag promoviert. Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war er von 1989 bis 2015 als Redakteur für das Theater und die Theaterkritik verantwortlich. Von 2003 bis 2008 lehrte er als Professor an der Musikhochschule in Frankfurt am Main das Fach Theaterkritik.

Der Preisträger hat zahlreiche Bücher verfasst, zuletzt "Regisseurstheater. Auf den Bühnen des Zeitgeists" (2016). Frühere Werke sind "Letzte Vorstellung – Eine Führung durchs deutsche Theater" (1993), "Traumtheater – Vierundvierzig Lieblingsstücke" (1997), "Parkett, Reihe 6, Mitte. Meine Theatergeschichte" (2010) und "Liebeserklärungen. Große Schauspieler, große Figuren" (2012).

Die Laudatio hielt Professor Dr. Peter André Alt, Germanist und Präsident der Freien Universität Berlin. Die Preisverleihung fand am 23. September 2016 in Weimar statt.