Deutscher Sprachpreis
Preisträger 2018: Josef Kraus

Der langjährige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Oberstudiendirektor a.D. erhält die Auszeichnung von der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache im Stifterverband.


Josef Kraus (Foto: privat) Josef Kraus (geb. 1949) hat in zahlreichen Reden, Fernseh- und Rundfunkauftritten, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen und in seinen äußerst erfolgreichen Büchern die deutsche Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte mit ihren großen Traditionsbrüchen und -verlusten mit umfassender Sachkenntnis schonungslos analysiert. Er wurde so zum vielbeachteten, oft gefürchteten Kritiker der für diese Politik Verantwortlichen. Dabei lag sein Hauptaugenmerk immer auf dem Medium aller Bildung, der Sprache.

So kritisierte er bereits 1993 überzeugend die Rechtschreibreform, forderte immer wieder eine Ausweitung des Deutschunterrichts zur Stärkung der sprachlichen und literarischen Bildung, gründete 2005 mit Walter Krämer (dem Träger des Deutschen Sprachpreises 1999) und dem Journalisten Wolf Schneider die "Aktion Lebendiges Deutsch", die sich gegen die zunehmende Anglisierung des Deutschen richtete. Er wandte sich mit guten Gründen gegen den Bedeutungsverlust der deutschen Sprache in den Wissenschaften, gegen die sogenannte "Gendersprache" und die "Einfache Sprache" und übte bissig-humorvolle Sprachkritik an der "lingua paedagogica correcta der Gutpädagogen". In Josef Kraus ehrt die Henning-Kaufmann-Stiftung ganz im Sinne ihres Gründers einen großen Lehrer, Pfleger und Förderer der deutschen Sprache.

Josef Kraus war ab 1980 Gymnasiallehrer für Deutsch und Sport in Landshut, gleichzeitig Schulpsychologe und Ausbilder von Schulpsychologen für den Regierungsbezirk Niederbayern. Von 1995 bis 2015 leitete er als Oberstudiendirektor das Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium Vilsbiburg (Landkreis Landshut), von 1987 bis 2017 war er Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der Dachorganisation der Verbände der Lehrer an Gymnasien, Realschulen, beruflichen Schulen und Wirtschaftsschulen. 1991 bis 2013 gehörte er dem Beirat für Fragen der Inneren Führung beim Bundesminister der Verteidigung an.

Der Preisträger schrieb unter anderem die Bücher: "Spaßpädagogik. Sackgassen deutscher Schulpolitik" (2. erg. Aufl. 1998), "Der Pisa-Schwindel" (2005), "Helikopter-Eltern. Schluß mit Förderwahn und Verwöhnung" (2013), "Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt. Und was Eltern jetzt wissen müssen" (2017), "Sternstunden – Große Texte deutscher Sprache" (2018, hrsg. zusammen mit Walter Krämer), "50 Jahre Umerziehung – die 68er und ihre Hinterlassenschaften" (2018).

Die feierliche Preisverleihung wird am 28. September 2018 in Weimar stattfinden. Die Laudatio wird Hellmut Seemann, Präsident der Klassik-Stiftung Weimar, übernehmen.

Der Vorstand der Henning-Kaufmann-Stiftung: Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Glück (Bamberg, Sprecher des Vorstands), Patricia Conring (Weimar), Dr. Michael Knoche (Weimar), Dominik Petermann (Essen), Prof. Dr. Heinz-Günter Schmitz (Kiel), Dr. Heike Schmoll (Berlin).